ISBN: 978-1-937570-96-6, erschienen: 31.01.2017

138 Seiten, Taschenbuch

Preis in Deutschland: 9.90 EUR, international: 12.90 USD

Über dieses Buch

Ein Buch ohne Titel, das ist das letzte, Petrus wird zum Paulus, ein kirchlicher Grenzfall, Pendler zwischen Nordsee und Neckar, angelt am Wörtersee, Wassermann, mit allen Wassern gewaschen, feiert seit 25 Jahren seinen fünfzigsten, auf dem Friedhof zuhause, Freiredner, schreibt gerade, schön schräg, mit zwei Fingern und ohne Fußnoten ...

LEBEN rückwärts NEBEL.
Langsam blicke ich durch,
lese das Buch meines Lebens.
Nur der Titel fehlt noch.

Über Petrus Ceelen 

Petrus Ceelen, geb. 1943, früherer Seelsorger für Gefangene, Aidskranke, Drogenabhängige, Trauerbegleiter, spricht und schreibt von Mensch zu Mensch.

Autorenseite 

Biographischer Artikel auf weltkirche.katholisch.de

Wikipedia-Seite

Über Karl Bechloch

Karl Bechloch, illustrierte zuletzt Halt die Ohren steif – 99 Friedhofsgeschichten und Mehr als du denkst – 77 Namensgeschichten

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Blick ins Buch

Inhaltsverzeichnis

Dies ist mein letztes Buch 9
Mein erstes Kind im Knast 12
Auf der Suche nach einem Titel 18
Worüber man nicht spricht 20
Memento mori 23
Manchmal 24
Die Sache mit dem Ding 25
Jahr für Jahr 32
Von Tag zu Tag 36
Angeln am Wörtersee 39
Ein Geschenk des Himmels 42
Eine krumme Tour 44
Gesichter lesen 47
Grüß Gott, Herr Pfarrer 49
Morgengymnastik 54
Junge, du siehst alles doppelt 55
Wenn ich bedenke … 57
Wäre ich … 58
Sohn eines Zöllners 59
An der deutsch-deutschen Grenze 61
Ein Grenzfall 63
Zu den Gefangenen hingezogen 65
Hinter unsichtbaren Gittern 68
Am Rande bemerkt 71
Einer von uns, unsereiner 74
Du, Petrus 75
Oh Jesses 77
Katholisch schwul 80
Ökonomisch ökumenisch 83
Beim Wort genommen 85
Nachdenkliches 90
Sätze, die mir bleiben 93
Mein schönstes Geburtstagsgeschenk 95
An Grenzen gestoßen 97
An der Sprachgrenze 101
Ich schreibe, lese mein Leben 103
Alle Jahre wieder 106
Schmuggeln an der Altersgrenze 107
Was das Leben mich lehrt 111
An der Großen Grenze 114
Bloß ein Blatt 117
Auf dem Friedhof 120
Was sind Sie denn? 125
Buchstäblich das Letzte 127
Zu guter Letzt 128
Das Leben durchbuchstabiert 130

Einleitung: Dies ist mein letztes Buch

„Opa, hast du alle die Bücher nur mit deinen zwei Fingern geschrieben?“
„Ja, Clemens, das habe ich. Aber an manchen Stellen hätte ich gern mindestens zehn Finger zum Schreiben gehabt.“

Ich habe schon immer etwas gegen Leute gehabt, die viel schreiben. Die wollen sich doch nur produzieren, wichtig machen. Inzwischen bin ich selbst ein Viel-Schreiberling. Dabei habe ich schon so oft gesagt: „Dies ist mein letztes Buch.“ Und jedes Mal habe ich es auch ernst gemeint. Doch dann bin ich wieder schwanger, ohne es zu wollen. „So ebbes isch schnell passiert“, sagen die Schwaben. In der Schwangerschaft esse und trinke ich für zwei: Belgische Pralinen, Pommes mit Mayo und mein Petrus Bier, in Eichen-Fässern gereift. Und so reift die Frucht weiter in mir heran, während ich mich auf die Geburt freue. Aber die Vorfreude wird manchmal durch vorzeitige Wehen getrübt. Da passen einige Texte dem katholischen Verlag nicht. Soll ich sie „anpassen“ oder gar streichen? Das geht mir total gegen den Strich. Wut im Bauch, Kopfschmerzen, Übelkeit. Zum Kotzen der Kampf um ein paar kirchenkritische Sätze, das Feilschen um einzelne Worte, der Streit um überflüssige Fußnoten. Schlaflose Nächte. Bis ich dann mein „Neugeborenes“ in Händen halte. Und wenn es dann noch so gut in der Hand liegt, und sich angenehm anfühlt, bin ich einfach glücklich. Tiefe Dankbarkeit erfüllt mich. Ich denke an die treuen Lektoren, die mich in der Schwangerschaft begleiten: Christiane - Manfred - André und Marianne. Sie sind Taufpaten meiner drei jüngsten Sprösslinge.
Diesmal ist die Widmung für Petrus Paul, ein Paar, das mit oder ohne Bindestrich verbindlich zueinander steht. Auch dieser Band bündelt Gedanken zum Nachdenken. Jedes Buch ist eigentlich nur ein Heft, das Denkzettel aneinanderheftet. Zu denken gibt mir so manches Wort. „Erschienen“. Eine Neuerscheinung erscheint scheinbar aus dem Nichts. Schein ist immer trügerisch. Viele Menschen scheinen mehr als sie sind. Andere sind mehr als sie scheinen, die Unscheinbaren.
Jedes Buch ist auch ein Ausdruck von meinem inneren Druck, schreiben zu müssen. Vieles möchte aus meiner Seele ausbrechen. Ich kann es nicht für mich behalten; es muss heraus. Indem ich Inneres nach außen trage, komme ich mir selbst auf die Spur. Schreibend finde ich zu mir, komme mir näher, näher als wenn ich über mich nachdenke.
Wenn ich als Mann schon nichts hervorbringen kann, das Hand und Fuß hat, bleibt mir nur auf andere Weise für Nachwuchs zu sorgen. Meine Kinder bereiten mir viel Freude, aber oft auch ein schlechtes Gewissen. Denn jedes neue Druckerzeugnis kostet eine Menge Holz. Für ein „normales“ Buch mit 1000 Exemplaren werden 730 Kilogramm Holz verbraucht. Da kommt schon ein schönes Wäldchen zusammen, das wegen mir gefällt wurde. Alle die schönen Bäume mit ihren Blättern mussten ihr Leben lassen, nur um für mich eine Menge Blatt Papier zu werden! Wie kann ich, gewissenhafter Müll-Trenner, das verantworten? Auch wenn das Buch dann auf umweltfreundlich hergestelltem Papier gedruckt wurde (säurefrei und chlorfrei gebleicht), vermag das mein schlechtes Gewissen nicht zu beruhigen. Aber ich hoffe, dass meine Texte mehr als nur beschriebenes Papier sind. Und so schreibe ich weiter – mit zwei Fingern. Wort für Wort, Zeile für Zeile, Seite für Seite. Das Beste kommt noch. Mein kleiner Finger sagt mir, dass dieses Buch vielleicht doch erst das Vorletzte ist.